Multitasking ist ein Mythos

Warum dein Gehirn lieber eine Sache nach der anderen macht

347 Wörter, 2 Minuten Lesezeit.

Viele glauben, Multitasking sei eine Superkraft – in Wahrheit ist es eher ein Produktivitätskiller. Neurowissenschaftliche Studien (z. B. von Clifford Nass, Stanford University) zeigen, dass unser Gehirn gar nicht wirklich multitaskt. Stattdessen switcht es blitzschnell zwischen Aufgaben hin und her – ein Prozess, den Forscher „Task-Switching“ nennen.

Was wie Multitasking aussieht, ist also lediglich in Wahrheit schnelles Hin- und Herspringen zwischen Aufgaben – und jeder dieser Wechsel kostet Zeit und Energie. Studien belegen, dass häufiges Task-Switching die Produktivität um bis zu 40 % reduzieren kann. Gleichzeitig steigt die Fehlerquote und die Stresshormone im Blut nehmen zu. Das Gehirn arbeitet unter Dauerfeuer, ohne je in einen Flow-Zustand zu kommen – genau den Zustand, in dem wir am besten lernen, kreativ denken und Höchstleistungen bringen.

Langfristig kann chronisches Multitasking zu Erschöpfung, Reizbarkeit und verminderter Gedächtnisleistung führen. Eine 2011 im Journal of Experimental Psychology veröffentlichte Studie zeigte sogar, dass ständiges Unterbrechen die Arbeitsgedächtnis-Kapazität messbar senkt.

Besser sind klare Arbeitsblöcke: 25–50 Minuten Fokus, dann Pause. Das bringt das Gehirn in einen Zustand tieferer Konzentration, der Flow ermöglicht und sogar als weniger anstrengend empfunden wird.

Mini-Experiment: teste selbst

Nimm Stift und Papier oder rechne im Kopf:

  1. Aufgabe A: Zähle in Dreierschritten von 3 bis 30 (3, 6, 9 … 30).
  2. Aufgabe B: Multipliziere die Zahlen von 1 bis 10 jeweils mit 2 (2, 4, 6 … 20).
  3. Jetzt kombiniere: Sprich oder schreibe die beiden Reihen abwechselnd auf – zuerst eine Zahl aus Aufgabe A, dann eine aus Aufgabe B.

Du wirst merken: in Kombination wird die Aufgabe deutlich anspruchsvoller. Plötzlich wirst du langsamer, musst nachdenken, verlierst vielleicht sogar den Faden und musst dich viel stärker konzentrieren. Genau das passiert beim Multitasking: Dein Gehirn braucht Zeit, um ständig zwischen den „Regeln“ hin- und herzuspringen.

Hacks für einen besseren Fokus:
25 Minuten nur eine einzige Aufgabe bearbeiten. Danach aufstehen, dehnen oder kurz an die frische Luft gehen. Und dann das nächste Thema bearbeiten.
Und: Fokuszeiten einrichten, die auch dem Team kommuniziert werden. Konzentriert die wichtigsten Themen in der Fokuszeit abarbeiten, ungestört.

Quellen:
John Sweller, Cognitive Load Theory
Gloria Mark, Attention Span (2023)

Biohacking: Wasser als Energie-Boost

Wie ein Glas Wasser dein Gehirn wacher macht

354 Wörter, 2 Minuten Lesezeit.

Wasser trinken, also den Körper hydrieren, ist einer der einfachsten, schnellsten und kostengünstigsten Biohacks.

Viele fühlen sich am Vormittag schlapp und greifen automatisch zum Kaffee. Oft ist der wahre Grund für Müdigkeit aber simpler: leichter Flüssigkeitsmangel. Schon ein Flüssigkeitsdefizit von nur 1–2 % des Körpergewichts kann messbare Folgen haben: Konzentrationsfähigkeit sinkt, Reaktionszeit verlängert sich, die Stimmung kippt. Studien zeigen, dass bereits eine leichte Dehydration das Gefühl von Müdigkeit verstärkt und die kognitive Leistung um bis zu 20 % verringern kann (Popkin et al., 2010).

Bei einem stärkeren Defizit von 3–4 % können physische Symptome wie Kopfschmerzen, Schwindel, trockener Mund, erhöhte Herzfrequenz und spürbare Leistungsreduktion auftreten. Ab 5 % Flüssigkeitsverlust kann es zu ernsthaften Kreislaufproblemen kommen: Der Blutdruck fällt, die Körpertemperatur steigt, und das Risiko für Hitzeschlag wächst – besonders bei hohen Temperaturen oder sportlicher Belastung.

Langfristig ist chronische, leichte Dehydration ein Risikofaktor für:

  • Nierensteine (durch konzentrierteren Urin)
  • Verstopfung (Darmbewegungen werden träger)
  • Harnwegsinfekte (weniger Spülung der Harnwege)
  • sogar kognitiven Abbau im Alter – Studien deuten darauf hin, dass ein dauerhaft niedriger Flüssigkeitshaushalt die geistige Leistungsfähigkeit beeinträchtigen kann.

Und: Durst ist ein später und schlechter Indikator – wenn er einsetzt, hat der Körper meist schon zu viel Flüssigkeit verloren.

Hack für eine bessere Hydration

Morgens eine Karaffe Wasser bereitstellen und mindestens die Hälfte davon innerhalb der ersten Stunde trinken. Das gleicht den Flüssigkeitsverlust der Nacht aus und bringt den Kreislauf in Schwung.
Die Karaffe wieder auffüllen und über den Tag verteilt trinken.
Ziel: Zwei Karaffen (an heißen Tagen oder bei Sport mehr) pro Tag, in deinem Rhythmus. Das Abfüllen in Karaffen – klarer Biohacking-Trick – macht die Menge messbar und kontrollierbar.
Nach einer Woche beobachten: Fühlst du dich wacher, gelassener, leistungsfähiger?

Pro-Tipp: Unser Körper ist nicht besonders präzise, wenn es um Durstsignale geht – er meldet oft Hunger, obwohl eigentlich Flüssigkeit fehlt. Das führt dazu, dass wir essen, wenn wir in Wahrheit trinken müssten. Wer regelmäßig ein Glas Wasser trinkt, sobald er Hunger verspürt, kann so nicht nur den Flüssigkeitshaushalt stabil halten, sondern auch unnötige Snacks vermeiden. Ein einfacher Trick, der langfristig beim Gewichtsmanagement hilft.

Quellen:
Journal of Nutrition, 2012
European Journal of Clinical Nutrition, 2015

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