Neurobiotic Sense: Wenn dein Darm direkt mit deinem Gehirn spricht

Die überraschende Rolle spezieller Darmzellen für Hunger- und Stimmungsregulation

Forscher der Duke University haben eine neue Darm-Hirn-Verbindung entdeckt: den sogenannten „Neurobiotic Sense“. Dabei senden winzige Darmzellen, sogenannte Neuropods, Signale direkt über den Vagusnerv ans Gehirn, sobald sie Mikroben oder deren Proteine erkennen – z. B. Flagellin. Das Signal moduliert Hungergefühl, Sättigung und sogar emotionale Reaktionen, noch bevor z. B. das Sättingungshormon Leptin das Gehirn erreicht. Anders als klassische Sättigungssignale wirkt diese Verbindung fast sofort, quasi in Echtzeit.

Praktisch bedeutet das: dein Mikrobiom kann deine Emotionen und dein Verhalten subtil beeinflussen. Eine ausgewogene und vielfältige Darmflora sorgt dafür, dass diese Signale differenziert sind – z. B. kann sie Heißhunger reduzieren, Gelüste steuern oder Stressreaktionen abmildern. Das eröffnet neue Möglichkeiten, Appetit, Stimmung und Entscheidungsverhalten gezielt zu unterstützen.

Beispiel: Du isst ein Gericht mit fermentierten Lebensmitteln und ballaststoffreichen Zutaten. Neuropods erkennen bestimmte Moleküle der Bakterien und senden Signale ans Gehirn, die ein leichtes Sättigungsgefühl erzeugen. Gleichzeitig wirken sie beruhigend auf das limbische System, was emotionale Essimpulse oder Stressessen abmildern kann. Durch Variation der Mikroben-Signale kannst du quasi „mit deinem Darm kommunizieren“ und sowohl Hunger als auch Emotionen modulieren.

Hack: Neurobiotic Sense unterstützen

Kurze Bewegung vor dem Essen: 2–5 Minuten locker gehen aktiviert den Vagusnerv, verbessert Signalübertragung.
Verschiedene Mikrobiom-Signale nutzen: Kleine Portionen Lebensmittel oder neue Gemüsesorten – keine großen Mengen nötig. Fokus: Vielfalt, nicht Quantität.
Ruhige Essensumgebung: Stress reduziert die Vagusaktivität, Signale kommen schlechter an. Langsam essen, neutraler Atemrhythmus.
Emotions-Check-in: Vor dem Essen kurz wahrnehmen: „Wie hungrig bin ich wirklich?“ – das unterstützt die Echtzeit-Signale des Darms.
Fermentierte Produkte: Joghurt, Kefir, Sauerkraut, Kimchi → schnelle Mikroben-Stimulation.
Abwechslung im Alltag: Unterschiedliche Mahlzeiten, kleine Fastenintervalle, neue Lebensmittel → trainiert die Sensorik deines Darms.

Pro-Tipp: 
Teste an 3–5 Tagen, wie kleine Änderungen bei Mahlzeiten oder Umgebung deinen Hunger und deine Stimmung beeinflussen. Das ist direkter Biohacking-Effekt: beobachten, dokumentieren, anpassen.

Quellen:
Liu, W. W., et al. (2025). A gut sense for a microbial pattern regulates feeding. Nature.
Duke University School of Medicine. Research uncovers a ’neurobiotic sense‘ that lets the brain respond to gut microbe signals. 2025.

Die Happiness-Schwelle: Ab wann Glück wirklich gesund macht

Was Studien zeigen und wie du deine Happiness-Baseline stabilisierst

Subjektives Wohlbefinden, also wie zufrieden wir mit unserem Leben sind, wird schon lange mit Gesundheit in Verbindung gebracht. Neue Analysen zeigen nun: Es reicht nicht, einfach ein bisschen glücklicher zu sein — es gibt eine Schwelle, ab der positive Effekte messbar werden. Bis dahin hilft „mehr Freude“ kaum.

In einer großen Studie wurden Daten aus 123 Ländern (2006-2021) analysiert. Forscher:innen nutzten die sogenannte „Life Ladder“ – eine Skala von 0 (das schlechteste Leben) bis 10 (das beste mögliche Leben) – und verglichen sie mit der Sterblichkeit durch nicht-übertragbare Erkrankungen (Herzkrankheiten, Krebs, Diabetes).

Die zentrale Erkenntnis: Bei einem durchschnittlichen Score von ca. 2,7 beginnt subjektives Wohlbefinden, einen Einfluss auf Gesundheit zu haben. Über diesem Schwellenwert zeigte jede Steigerung um 1 % eine Reduktion der Sterblichkeitsrisiken durch chronische Krankheiten um etwa 0,43 %.

Unterhalb dieser Schwelle gab es kaum messbare Effekte – was darauf hindeutet, dass Grundbedürfnisse und Lebensbedingungen oft Vorrang haben müssen, bevor „ein bisschen mehr Glück“ wirklich gesundheitliche Wirkung zeigt.

Liegt dein Wohlbefinden bereits darüber, dann kann jedes zusätzliche Prozent an Zufriedenheit mit einem kleinen, aber messbaren Gesundheitsvorteil einhergehen.

Wenn dein subjektives Wohlbefinden unter diesem Schwellenwert ist, dann hilft es kaum, nur sporadisch „etwas Gutes“ zu tun (z. B. eine Massage, „Retail-Therapie“ oder ein Wochenende Auszeit). Stattdessen lohnt es sich, grundlegende Lebensbedingungen zu verbessern: Schlafqualität, soziale Verbindung, Bewegungs-Routine, Stress-management.

Hack: Wohlbefinden als Gesundheitsprogramm

Starte mit einer wöchentlichen Reflexion: „Auf einer Skala 0–10 – wie steht’s um mein Leben gerade?“ → notiere Wert und begründe ihn.
Beobachte Veränderung nach 4 Wochen: Kommt ein Gefühl von „mehr Balance / weniger Nervosität / bessere Energie“ auf? Wenn ja: weiter machen, wenn nein: Bedingungen aktualisieren (z. B. Schlaf, Alltag strukturieren).
Setze gezielt drei kleine Realisations-Hacks: z. B. 100 % Fokus auf eine soziale Verbindung pro Woche, 20 min ungeplante Bewegung draußen, eine ernährungsbewusste Mahlzeit. Diese Aktivitäten verbessern nicht nur subjektives Wohlbefinden, sondern regulieren Stress-Hormone und fördern Gesundheit.

Quellen:
Iuga I. et al., How happy is healthy enough? Uncovering the happiness threshold for global non-communicable disease prevention., Frontiers in Medicine, 2025.
„You don’t need to be very happy to avoid an early death from chronic disease, study finds“, LiveScience, 2025.

Wenn das Gehirn aufräumt: Das unterschätzte glymphatische System

Warum selbst guter Schlaf nicht ausreicht, um dein Gehirn wirklich zu regenerieren

Das Gehirn hat – anders als der Rest des Körpers – kein klassisches Lymphsystem. Stattdessen besitzt es ein eigenes Reinigungssystem: das glymphatische System, entdeckt erst 2012 durch Forscher der Universität Rochester. Es funktioniert wie eine nächtliche Spülung: Während du schläfst, zirkuliert Gehirnflüssigkeit (Liquor) entlang der Blutgefäße, transportiert Abfallstoffe aus dem Gehirn und leitet sie in den Körper zur Entsorgung weiter.

Aktiv ist dieser Mechanismus fast ausschließlich im Tiefschlaf, vor allem in Phasen mit langsamen Delta-Wellen. In dieser Zeit schrumpfen die Nervenzellen leicht – das schafft Platz für die Flüssigkeit, um durch das Gewebe zu fließen. Wenn dieser Prozess gestört ist, bleiben Abfallstoffe zurück. Das kann langfristig zu Entzündungen, oxidativem Stress und sogar neurodegenerativen Veränderungen führen.

Was das glymphatische System wirklich beseitigt

Besonders relevant sind zwei Proteine:

  • Beta-Amyloid – ein Stoffwechselprodukt, das sich bei ineffizienter Reinigung zu Plaques verklumpen kann. Diese Plaques sind ein zentrales Kennzeichen der Alzheimer-Erkrankung.
  • Tau-Protein – normalerweise stabilisiert es die innere Struktur von Nervenzellen. Wenn es jedoch fehlgefaltet oder übermäßig phosphoryliert ist, bildet es sogenannte Neurofibrillenbündel, die die Kommunikation zwischen Neuronen stören.

Beide Substanzen werden über das glymphatische System abtransportiert. Funktioniert dieser Abfluss nicht richtig, kommt es zu einer schleichenden Ansammlung. Studien zeigen, dass eine reduzierte glymphatische Aktivität mit Alzheimer, Parkinson, chronischer Migräne und posttraumatischen Hirnveränderungen korreliert. Kurz gesagt: Das System ist kein Wellnessdetail, sondern ein zentraler Faktor für langfristige Gehirngesundheit.

Hacks für ein aktives glymphatisches System

1. Seitenschläfer statt Rückenschläfer
Studien zeigen, dass die Seitenlage (besonders links) den Abfluss der Gehirnflüssigkeit begünstigt. In Rückenlage ist der Fluss träger, in Bauchlage sogar gehemmt. Ein ergonomisches Kissen kann helfen, die Position stabil zu halten.
2. Kein später Alkohol oder Fett am Abend
Alkohol und schwere Mahlzeiten beeinträchtigen den Tiefschlaf und damit die glymphatische Aktivität. Idealerweise endet die Nahrungsaufnahme 3 Stunden vor dem Schlaf.
3. Kurze, tiefe Atmung vermeiden – lieber nasal und rhythmisch atmen
Nasenatmung und leichte CO₂-Anreicherung im Blut verbessern den Liquorfluss. Wer dazu neigt, nachts durch den Mund zu atmen, kann „Mouth Taping“ (sanftes Abkleben) testen – idealerweise nach Rücksprache mit Arzt oder Atemcoach.
4. Sauna und Kältezyklen tagsüber
Wechsel zwischen Hitze und Kälte regt den zerebralen Blutfluss und damit auch den Flüssigkeitsaustausch an. Zwei bis drei Saunagänge mit kalter Dusche danach können den Effekt messbar verstärken.
5. Regelmäßige Bewegung – besonders rhythmische
Laufen, Schwimmen, Tanzen oder leichtes Hüpfen stimulieren den Fluss des Liquors über pulsierende Gefäße. Das ist kein Zufall: Bewegung ist für das Gehirn buchstäblich „Hydrauliktraining“.

Pro-Tipps & Biohacker-Tools

Tracke deinen Tiefschlafanteil mit Wearables (z. B. Oura, Whoop, Garmin). Ein Anstieg des Slow-Wave-Schlafs kann ein Hinweis auf bessere glymphatische Aktivität sein.
Messbare Biomarker (für Fortgeschrittene): Veränderungen in Entzündungsparametern (z. B. CRP, IL-6) oder HRV (Herzfrequenzvariabilität) korrelieren indirekt mit Regeneration und neurovaskulärer Balance.
Experimentiere mit Schlafposition: Notiere subjektive Unterschiede in Klarheit oder Erholungsgefühl nach Seiten- vs. Rückenlage.
Kognitive Tests am Morgen (z. B. kurze Rechenaufgaben, Reaktionszeit-Apps) können subtile Unterschiede in mentaler Frische erfassen.

Quellen

Xie L et al. (2013): Sleep drives metabolite clearance from the adult brain. Science.
Iliff JJ et al. (2012): A paravascular pathway facilitates CSF flow through the brain parenchyma and the clearance of interstitial solutes. Science Translational Medicine.
Lee H et al. (2015): The effect of body posture on brain glymphatic transport. Journal of Neuroscience.
Jessen NA et al. (2015): The glymphatic system: a beginner’s guide. Neurochem Res.
Nedergaard M et al. (2020): The glymphatic system in health and disease. Nature Reviews Neurology.
Rasmussen MK et al. (2018): Glymphatic dysfunction in neurodegenerative diseases. Nature Neuroscience.

  • Iliff JJ et al. (2012): A paravascular pathway facilitates CSF flow through the brain parenchyma and the clearance of interstitial solutes. Science Translational Medicine.
  • Xie L et al. (2013): Sleep drives metabolite clearance from the adult brain. Science.
  • Lee H et al. (2015): The effect of body posture on brain glymphatic transport. Journal of Neuroscience.
  • Jessen NA et al. (2015): The glymphatic system: a beginner’s guide. Neurochem Res.

Schlaftracking – mit Freebie!

Schlaftagebücher können die Schlafqualität massiv verbessern

369 Wörter, 2 Minuten Lesezeit.

Viele Menschen klagen über schlechten Schlaf, wachen gerädert auf oder fühlen sich tagsüber müde – und wissen nicht wirklich genau, warum. Schlaftracking kann dabei helfen, Licht ins Dunkel zu bringen. Es geht nicht darum, jede Nacht perfekt zu „optimieren“, sondern Muster zu erkennen: Wie lange schlafe ich wirklich? Wache ich nachts oft auf? Wann? Was passiert nach einem späten Glas Wein oder einem langen Bildschirmtag? Und, noch viel wichtiger: Mit welchen Faktoren kann ich meinen Schlaf positiv beeinflussen?

Studien zeigen, dass schon ein einfaches Schlaftagebuch dabei helfen kann, die eigene Schlafqualität um bis zu 30 % zu verbessern – allein, weil man bewusster wird und kleine Stellschrauben (Blaulicht, Koffein, Abendroutine) verändern kann. Matthew Walker („Why We Sleep“) betont, dass Schlaf eine der wichtigsten Säulen für Gesundheit, Gedächtnis und Immunsystem ist – und dass wir ohne bewusstes Tracking oft massiv unterschätzen, wie wenig wir tatsächlich schlafen.

Worauf achten?

  • Schlafdauer: Gesamtzeit im Bett vs. tatsächliche Schlafzeit
  • Einschlafzeit: Wie lange dauert es, bis du einschläfst?
  • Aufwachhäufigkeit: Wirst du nachts oft wach – wann und warum?
  • Tagesform: Stimmung, Energielevel, Fokus – am besten morgens kurz notieren
  • Einflussfaktoren: Ernährung, Sport, Koffein, Alkohol, Bildschirmzeit

Das Zusammenspiel dieser Faktoren zeigt dir, welche Hebel du wirklich hast.
Ich habe für mich einen Schlaftracker entwickelt, mit dem ich – nach Lust und Laune mehr oder weniger detailliert – Tagebuch führe. Es gibt ihn zum kostenlosen Download hier:
– als PDF (zum Ausdrucken)
als JPG (für digitale Journals)

Hack für besseres Schlaftracking:
Nutze zunächst ganz einfache Tools: ein Schlaftagebuch zum Ausfüllen oder Notizen in der Handy-Notizen-App. Erst wenn du ein paar Wochen Daten hast, kannst du mit Wearables (Oura Ring, Whoop, Apple Watch) noch tiefer einsteigen.

Pro-Tipp: 
Teste, wie kleine Änderungen wirken: 1 Stunde früher ins Bett, 2 Wochen ohne Alkohol, Blaulichtfilter am Abend. Notiere, ob du morgens erholter bist. Allein das Beobachten erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass du dranbleibst – ein klassischer Testing-Effect!


Quellen:

  • Walker, Matthew. Why We Sleep: Unlocking the Power of Sleep and Dreams. Scribner, 2017.
  • Harvey, A. G. et al. „The role of sleep diaries in cognitive behavioral therapy for insomnia.“ Sleep Medicine Reviews 19.2 (2015): 73–80.
  • Lo, J. C. et al. „Cognitive performance, sleepiness, and mood in partially sleep deprived adolescents: The need for sleep study.“ Sleep 39.3 (2016): 687–698.

Biohacking: Daten sind nur der Anfang

Warum Messen alleine nichts verändert

325 Wörter, 2 Minuten Lesezeit

Viele Einsteiger kaufen sich sofort Wearables: Oura Ring, Whoop, Apple Watch. Doch Daten sind nur dann wertvoll, wenn man sie interpretiert bzw. analysiert, Schlüsse daraus zieht (z. B.: funktioniert, also weitermachen. Oder: Hatte ich mir anders vorgestellt – dann adaptieren, messen, analysieren) und Verbesserungen Schritt für Schritt umsetzt.

Der Prozess beginnt sinnvollerweise mit einer konkreten Frage: „Warum bin ich morgens müde?“ – dann wähle ein Tracking-Tool, das genau diese Frage beantwortet. Sonst helfen auch Daten nicht.

Hacks zur Datenerfassung:
Bevor du ein Tool kaufst, überlege: Welche eine Sache will ich verbessern? Danach ein Tool wählen, das genau diese Metrik misst.

Es gibt aber viele Dinge, die man ohne aufwändige Geräte testen und messen kann:
1. Schlafqualität beobachten: Aufwachen, Energielevel, Stimmung, Reaktionsfähigkeit am Morgen notieren. Einen kostenlosen Schlaftracker habe ich hier >
2. Ernährungstagebuch führen: Welche Mahlzeiten geben Energie, welche führen zu Müdigkeit oder Unwohlsein?
3. Hydration testen: Urinfarbe, Durstgefühl, Konzentration als Indikator für Flüssigkeitshaushalt.
4. Stresslevel dokumentieren: Herzklopfen, Atemfrequenz, Anspannung im Körper – vor/nach Mini-Hacks wie Atemübungen oder kurzen Spaziergängen.
5. Bewegung und Energie: Welche Art von Bewegung steigert Fokus, Laune oder Durchhaltevermögen? Schrittzahl, Mini-Kniebeugen, Wippen, Stretching.
6. Kognitive Mini-Tests: Kurze Gedächtnis- oder Konzentrationsaufgaben, Brain-Apps, Notizen über subjektive Leistungsfähigkeit.
7. Experimentieren mit Routinen: Zeitpunkte für Mahlzeiten, Naps, Meditation oder Bewegung variieren und Effekte dokumentieren.

Pro-Tipp: Alles kurz notieren – selbst einfache Zahlen, Emojis oder kurze Stichpunkte reichen. Das aktive Beobachten und Aufschreiben erzielt schon einen Testing-Effect, der das Lernen und Anpassen deutlich verstärkt. Der Testing-Effect beschreibt ein psychologisches Prinzip: Wer Wissen oder Fähigkeiten aktiv testet, behält sie langfristig besser, als wenn er sie nur passiv liest oder hört. Studien aus der Lernpsychologie zeigen, dass kleine Tests, Wiederholungen und aktives Abrufen von Informationen das Langzeitgedächtnis deutlich stärken.

Quellen:
Ben Greenfield, Boundless (2020); Quantified Self Research, 2021
Huberman Lab, Podcast, Tracking und Selbstexperiment im Alltag, 2023
Clear, J., Atomic Habits, 2018
Lally, P. et al., How are habits formed: Modelling habit formation in the real world, 2010

Biohacking: Kleine Schritte, große Wirkung

6 Wochen für ein besseres Leben

179 Wörter, 1 Minute Lesezeit.

Viele versuchen, ihre Gesundheit oder Leistungsfähigkeit mit radikalen Veränderungen zu verbessern – mehr Sport, strenge Diäten, 10000 Schritte täglich. Doch die Realität: Große Schritte sind schwer durchzuhalten. Genau hier liegt der Biohacking-Trick: kleine, gezielte Änderungen haben oft den größten Hebel.

Die Psychologie hinter Gewohnheiten zeigt: Es braucht durchschnittlich 6 Wochen, um eine neue Handlung zuverlässig zu automatisieren. Ein einfacher Hack wie orangefarbene Brillengläser am Abend, um Blaulicht zu reduzieren, oder ein paar Kniebeugen pro Stunde, ersetzt nicht nur Schritte, sondern etabliert nach und nach gesunde Routinen, die sich langfristig summieren.

Kurz notieren, was funktioniert, was nicht – der Effekt wird stärker, wenn man Fortschritte sichtbar macht.

Hack zum Start:
Beginne mit nur einer Veränderung pro Woche. Nach 6 Wochen ist die Chance hoch, dass sie zur Gewohnheit wird. Dann die nächste Ergänzung einführen. So entsteht Schritt für Schritt ein nachhaltiges Biohacking-System.

Quellen:
BJ Fogg, Tiny Habits (2019)
James Clear, Atomic Habits (2018)
Huberman Lab, Podcast, Gewohnheiten und Neuroplastizität (2023)
Lally, P. et al., How are habits formed: Modelling habit formation in the real world (2010)

Navy SEAL Hacks – Mentale Resilienz trainieren

Was wir von Elitekräften lernen können

268 Wörter, 1 Minute Lesezeit.

Navy Seals gelten als die beste Elitet-Einsatztruppe der Welt. Sie stehen unter extremem Druck: Minuten oder Sekunden können über Erfolg oder Misserfolg entscheiden. Ihre Strategien zur mentalen Selbststeuerung sind deshalb besonders effektiv, praxiserprobt unter schwierigsten Bedingungen (im Sinne von Biohacking quasi „vorgetestet“) – und im Alltag leicht adaptierbar. Es geht nicht darum, physische Höchstleistungen zu erbringen, sondern ein Tool in der Hand zu haben (genau genommen: mehrere), um den Geist in herausfordernden Momenten ruhig, fokussiert und flexibel zu halten.

Die Mental-Hacks der Navy Seals kombinieren Atemkontrolle, Visualisierung, Selbstgespräche und Mikro-Ziele. Sie sind ein Paradebeispiel dafür, wie man mit minimalem Aufwand maximalen Erfolg erzielt – der Kern vieler Biohacks. Wer sie bewusst übt, lernt, Stress bewusst zu managen und die eigene Leistungsfähigkeit gezielt zu steigern.

Hacks: NAVY SEAL-Methode für den Alltag
1. Mikro-Ziele setzen – Große Aufgaben in kleine Etappen zerlegen, z. B. 5 Minuten konzentrierte Arbeit statt „ganzer Bericht“.
2. Box Breathing – eine ausführliche Anleitung gibt es hier >. Beruhigt das Nervensystem sofort.
3. Positive Visualisierung – Stelle dir konkret vor, wie du eine Aufgabe erfolgreich meisterst. Details zählen: Geräusche, Gefühle, Bewegungen.
4. Self-Talk – Steuere deinen inneren Dialog bewusst: „Ich schaffe das“, „Ein Schritt nach dem anderen“.

Pro-Tipp: 
Die Kombination von Atemtechnik + Visualisierung verstärkt die Wirkung. Wer möchte, kann vor und nach der Übung Herzfrequenz oder subjektives Stresslevel notieren – klassische Biohack-Journaling. So wird sichtbar, wie der Körper reagiert, und du lernst, dein eigenes Stressniveau optimal zu steuern.

Praxis-Beispiel: Vor einem Meeting, Vortrag oder schwierigen Gespräch 1–2 Runden Box Breathing, dann eine kurze Visualisierung, anschließend 1–2 Mikro-Ziele festlegen. Beobachte, wie sich Fokus, Herzschlag und innere Ruhe verändern.

Quellen:
New England Journal of Medicine, 2019
Harvard Medical School, 2022

Beobachten: Der erste Schritt jedes Biohacks

Warum Beobachten der erste Schritt ist

286 Wörter, 2 Minuten Lesezeit.

Niemand kennt deinen Körper so gut wie du. Kein Bluttest, kein Wearable, keine App kann ersetzen, wie du dich fühlst. Biohacking heißt, zum Forscher in deinem eigenen Leben zu werden.

Bevor du etwas veränderst, musst du wissen, wo du stehst. Das klingt banal – ist aber der wichtigste Schritt im Biohacking. Viele von uns leben im Autopilot-Modus: Termine, To-Dos, Benachrichtigungen. Unsere Aufmerksamkeit ist nach außen gerichtet – auf den Bildschirm, den Kalender, die Erwartungen anderer.

Gerade in stressigen Phasen funktioniert der Körper auf „Überlebensmodus“. Wir reagieren, statt bewusst zu handeln. Die kleinen Signale – wie sich unser Energielevel verändert, wann wir gereizt sind oder wann wir uns am produktivsten fühlen – nehmen wir gar nicht wahr.

Beobachten heißt: Aufmerksamkeit nach innen richten.
Ein paar Minuten bewusstes Reflektieren am Tag bewirken schon viel:

  • Wie habe ich heute geschlafen?
  • Wann hatte ich ein Energiehoch – wann einen Tiefpunkt?
  • Was hat mich gestresst, was hat mich beruhigt?

Journaling ist dafür eines der einfachsten Werkzeuge. Es bringt uns dazu, innezuhalten, zu sortieren und unser Erleben in Worte zu fassen. Wer regelmäßig schreibt, entwickelt eine feine Antenne für Veränderungen – und kann so viel gezielter experimentieren.

Hack:
Nimm dir jeden Abend 5 Minuten Zeit, um drei kurze Notizen zu machen:
1. Energielevel: 1–10
2. Stimmung: ein Wort oder Emoji
3. Was heute gut war: ein Satz

Die „positive Nebenwirkung“: Diese Routine hilft zusätzlich dabei, zu entspannen und besser zu schlafen.

Pro-Tipp: 
Dankbarkeits-Journaling ist ein unterschätzter Biohack. Studien zeigen, dass Menschen, die sich regelmäßig drei Dinge notieren, für die sie dankbar sind, nicht nur glücklicher wirken, sondern auch besser schlafenweniger Stresshormone haben und mehr Motivation entwickeln. Und es kostet dich kaum Zeit.

Quellen:
Quantified Self Movement, 2021
BJ Fogg, Tiny Habits

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